Wir zeigen Ihnen Transkarpatien und noch mehr…

Das Europäische Haus gemeinsam gestalten

Vom 29. September bis zum 2. Oktober 2007  fand in Kiew im internationalen Ausstellungszentrum eine Konferenz unter dem Motto “Das Europäische Haus gemeinsam gestalten” statt. Sie war der trilateralen Partnerschaft zwischen Deutschland, Weißrussland und Ukraine gewidmet. Außer Peter Gooss und mir waren dort leider keine Touristiker, deswegen haben wir uns für die Mitarbeit in anderen Themengruppen entscheiden müssen.Gleich am ersten Tag hatten wir grosses Glück. Eine Werbewand ganz vorne neben dem Präsidiumtisch war noch frei und so konnten wir dort unsere vorbereiteten Werbeplakate aufhängen, von allen Seiten gut zu sehen.

Während der Präsentation kamen viele Leute zu uns mit verschiedenen Fragen. Wir konnten einige Kontakte knüpfen, die hoffentlich in einer Zusammenarbeit münden. Es gibt schon konkrete Vorschläge, wie z.B. die Organisation einer Reise durch verschiedene ukrainische Städte. Überraschenderweise habe ich persönlich ziemlich viele Interessenten für die Reise nach Transkarpatien aus der Ukraine und Weißrussland gehabt. Zu überlegen wären Projekte für Gruppen aus der Ukraine, überwiegend für Studenten oder generell für Jugendliche.

Am 2. Tag der Konferenz haben wir uns in Arbeitsgruppen aufgeteilt. Ich habe für mich den Umweltschutz und Ökologie entschieden, in der Hoffnung dort irgendwas in Richtung grüner Tourismus zu finden. Das ist mir nicht gelungen. Dafür habe ich viele interessante Dinge bezüglich der ökologischen Situation in der Ukraine und seiner Position im Parlament erfahren.

Am 3. Tag habe ich in eine andere Arbeitsgruppe gewechselt, weil ich mit „Bioenergie“ nichts anfangen konnte.

Diese zweite Gruppe war “Erwachsenenbildung. Lernen aus der Geschichte. Gedenkkultur”. Es ging hauptsächlich um die Opfer in Baby Yar in Weißrussland. Dazu haben wir uns die Vorträge von den belarussischen Profihistorikern Felix Levitas und Kusma Kosak sowie dem Prof. Manfred Zabel aus Deutschland angehört. Die zentrale Frage unserer Diskussion war, wie man Jugentliche für Geschichte interessiert und ob und wie sich die Gedenkkultur in den drei Ländern unterscheidet. Die Ergebnisse wurden dann ins Plenum getragen und am letzten Tag der Konferenz präsentiert.

Mein persönlicher Erfolg war, dass gerade meine Meinung und Gedanken zu den diskutierten Fragen ins Plenum aufgenommen wurden. Ich habe gemeint, dass man die Geschichte und den Krieg parallel — Ukraine-Belarus-Deutschland — betrachten muss, nicht nur einseitig über die “zweite Schuld” des deutschen Volkes reden sollte, das seine Schuld im Krieg einsieht und sich verantwortlich für diese Ereignisse fühlt. Beide Seiten und beide Diktaturen waren schrecklich und man sollte es den Schülern so erklären. Man darf nicht von einer extremen “Wahrheit” zu einer anderen wechseln. Man kann darüber lange diskutieren, was wir auch gemacht haben. Die Gedanken zu diesem Thema haben aber hier keinen Platz.

Ich sehe für mich die Teilnahme an der Konferenz sehr positiv. Bei der persönlichen Vorstellung habe ich meine Teilnahme so definiert:

An der Konferenz nehme ich teil, weil ich möglichst viele Leute zur Reise in die Waldkarpaten motivieren will. Meine Mitarbeit in der 2. Gruppe habe ich ausgewählt, weil ich mich weiterbilden möchte. Da meine Zielgruppe ältere Leute sind, kommen diese oft mit sehr viel mehr Informationen über mein Land und dessen Geschichte als ich sie habe. Ich will aber die Antwort auf jede Frage bereit haben und suche sie mir, wo es nur geht.

08.10.2007 Alissa Smyrna

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